Deportation von Juden aus Hannover

Hannover: die Deportation der jüdischen Bevölkerung



Die ehem. israelitische Gartenbauschule in Hannover Ahlem wurde von der GeStaPo als Sammelstelle zur Deportation jüdischer Mitbürger aus den Regierungsbezirken Hannover und Hildesheim bestimmt. Von hier wurden mindestens 2.200 Juden in den Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert.

Im Septermber 1941 wurden in Hannover mehr als 1000 Juden gezwungen, innerhalb weniger Stunden ihre Wohnungen zu verlassen, und in eines der 16 "Judenhäuser" zu ziehen.

Judenhäuser und ihre Nutzung in Hannover

1. Bergstraße 8, alte Synagoge

bis August 1942 "Judenhaus", bis Dezember 1942 HJ-Dienststelle, 01.12.1942 Kauf durch die Stadt, Handwerker-Unterkunft, Ende 1943 zerstört.

2. Brabeckstraße 86, Altenheim der Heinemann-Stiftung

bis November 1941 "Judenhaus", bis August 1942 SS-Dienststelle, bis Oktober 1943 Altenheim der Gustav-Brandtschen-Stiftung, bis Juni 1944 Hilfskrankenhaus, bis Janaur 1945 Altenheim, bis Mai 1945 Ausweichkrankenhaus.

3. Dieterrichsstraße 28, in jüdischem Privatbesitz

bis Januar 1942 "Judenhaus", bis zur Zerstörung Ende 1943 bewohnt von nichtjüdischen Mietern.

4. Ellernstraße 16, jüdisches Krankenhaus

bis Juli 1942 "Judenhaus", bis November 1942 Nutzung unbekannt, 01.12.1942 Übernahme durch die Stadt, 13.03.1943 Kaufvertrag, ab. September 1943 Städtisches Wöchnerinnenklinik, 8./9.10.1943 Teilzerstörung, Mitte 1944 Wiederinbetriebnahme.

5. Auf dem Emmerberge 31, jüdisches Altersheim

bis Januar 1942 "Judenhaus", bis Dezember 1942 Nutzung unbekannt, August 1942 Kauf durch die Stadt, bis zur Zerstörung Ende 1943 Haus des Sports.

6. Herschelstraße 31, in jüdischem Privatbesitz

bis zur Zerstörung Oktober 1943 "Judenhaus".

7. Josephstraße 22, in jüdischem Privatbesitz

bis Februar 1942 "Judenhaus", bis zur Zerstörung Ende 1943 bewohnt von nichtjüdischen Mietern.

8. Knochenhauerstraße 61, in jüdischem Privatbesitz

bis Juli 1942 "Judenhaus", bis zur Zerstörung Ende 1943 bewohnt von nichtjüdischen Mietern.

9. Körnerstraße 24, in jüdischem Privatbesitz

bis Januar 1942 "Judenhaus", bis zur Zerstörung Ende 1943 bewohnt von nichtjüdischen Mietern.

10. Lutzowstraße 3, jüdische Schule, Gemeindebüro

bis Januar 1942 "Judenhaus", bis zur Zerstörung Ende 1943 Nutzung unbekannt.

11. Ohestraße 8, jüdische Notstandsküche, verschiedene Institutionen

bis Mai 1942 "Judenhaus", bis Juni 1942 Nutzung unbekannt, 01.07.1942 im Besitz der Stadt, August 1942 bis August 1943 Wachkommando und Kriegsschädenamt, ab September 1943 Wachkommando und Wohnungen für Bombengeschädigte (bis Mai 1945).

12. Ohestraße 9, jüdischer Kinderhort

bis Mai 1942 "Judenhaus", bis Juni 1942 Nutzung unbekannt, 01.07.1942 im Besitz der Stadt, ab August 1942 bis Mai 1945 Gefangenenlager für Franzosen.

13. Scholvinstraße 12, in jüdischem Privatbesitz

bis März 1942 "Judenhaus", bis zur Zerstörung Ende 1943 bewohnt von nichtjüdischen Mietern.

14. An der Strangriede 55, jüdische Friedhofshalle

bis April 1945 "Judenhaus"

15. Wunstorfer Straße 16A, in jüdischem Privatbesitz

bis Juli 1942 "Judenhaus", bis September 1942 Nutzung unbekannt, ab 01.10.1942 im Besitz der Stadt, November 1943 zerstört.

16. Ahlem, Wunstorfer Landstraße 1, Israelitische Gartenbauschule

bis 10. April 1945 "Judenhaus"

Die Transporte von Hannover (Fischer-Bahnhof oder Mehringhof) verließen Hannover

am
28.10.1938 Ziel: Polen
25.06.1939 Ziel: Polen
--------------------------
15.12.1941 Ziel: Riga
01.03.1942 Ziel: Warschau
31.03.1942 Ziel: Warschau oder Trawniki
23.06.1942 oder
23.07.1942 Ziel: Theresienstadt
02.03.1943 Ziel: Auschwitz
16.03.1943 Ziel: Theresienstadt
30.06.1943 oder
01.07.1943 Ziel: Theresienstadt
11.01.1944 Ziel: Theresienstadt
20.02.1945 Ziel: Theresienstadt

Quellen:

Infoblätter der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem
- 30453 Hannover, Harenberger Straße 130
Bezug: über Region Hannover, Hildesheimer Straße 20, 30169 Hannover

Orte der Erinnerung
"Wegweiser zu Stätten der Verfolgung und des Widerstands während der NS-Herrschaft in der Region Hannover"
Bezug: über Region Hannover, Hildesheimer Straße 20, 30169 Hannover
Schutzgebühr: 5 EUR.