Hannoversche Maschinenbau AG, kurz: "Hanomag AG"


Die "Hanomag"

-- eine tabellarische Auflistung der Firmen-Geschichte

-- Hinweis --
Diese Auflistung erhebt keinerlei Gewähr auf Vollständigkeit und/oder auf korrekte Wiedergabe der Ereignisse/Informationen.

Dieser Beitrag dient nur zur ersten Orientierung!


Der Name "Hanomag" wird geboren: die Geschichte beginnt...

1835: Georg Egestorff gründet die Firma "Eisen-Giesserey und Maschinenfabrik von Georg Egestorff zu Linden vor Hannover";

1868: da der Gründer der Hanomag "Georg Egestorff" keine Nachkommen hatte, verkaufte er nach 33 Jahren die Fabrik an Dr. Strousberg;

1871: es erfolgte die Umwandlung zur Aktien-Gesellschaft; der Name "Hannoversche Maschinenbau AG";

1904: die "Hannoversche Maschinenbau AG" heißt jetzt nur kurz: "HANOMAG";

1934: Aufkauf durch die "Vereinigten Stahlwerke" (im Besitz des "Bochumer Vereins"); [2]

1952: die "Hanomag" wird eine Tochtergesellschaft der neugegründeten "Rheinstahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG" in Düsseldorf.

1958: Am 1.4.1958 wurde - aufgrund der Besitzverhältnisse - die Firmenbezeichnung geändert in "Rheinstahl Hanomag AG". Rheinstahl führte die beiden Töchter Hanomag und Henschel zu der Hanomag-Henschel Fahrzeugwerke GmbH zusammen, die Daimler-Benz bis 1979 schrittweise übernahm.

1968: erfolgte der Zusammenschluss zwischen den Hanomag-Werken und den Henschel-Werken in Kassel zur "Hanomag-Henschel Fahrzeugwerke GmbH", kurz: "HHF"; nachdem durch die "Rheinstahlwerke" das Bremer Werk ausgegliedert wurde.

1969: die "Daimler-Benz AG" erwarb 51 Prozent der Gesellschaftsanteile an den HHF-Werken; die Pläne sahen zunächst vor, die HHF als zweite Produktions- und Vertriebsorganisation der "Daimler-Benz AG" aufzubauen.

1979: "Daimler-Benz" übernimmt die inzwischen mit Henschel zusammengeschlossene "Hanomag-Henschel Fahrzeugwerke GmbH"; das traditionsreiche Hannoveraner Werk sieht fortan einer wechselvollen Geschichte als "Baumaschinenproduzent" unter verschiedenen Herren entgegen;

1989: der japanische Baumaschinenhersteller "Komatsu" übernimmt die stark angeschlagene "Hanomag";

1995: wurde der Betrieb in "Hanomag Komatsu AG" umbenannt; es werden Baumaschinen produziert, die jedoch statt "Hanomag" nur noch die Aufschrift "Komatsu" tragen.


Produktionszweige:
Eisenbahnen, Dampflokomotiven: zwischen 1846 bis 1931 werden ca. 10.765 Lokomotiven gefertigt; die letzte verläßt das Werk am 31.Juli 1931 mit der Fabrikationsnummer 10.765. Die Zahl der wirklich gefertigten Lokomotiven war aber geringer!

Personenwagen (PKWs): zwischen 1924 und 1951 fertigt die Hanomag auch diverse PKW-Modelle (die Fertigung pausiert - aufgrund des zweiten Weltkriegs zwischen 1941 und ca. 1950); darunter das legendäre "Komißbrot", der "Rekord" und der "Sturm". Etwa 100.000 PKWs wurden gebaut;

Lastkraftwagen (LKWs): zwischen 1907 und 1974 wurden 272.000 LKWs unter dem Firmennamen "Hanomag", und weitere 367.000 Fahrzeuge kamen unter "Rheinstahl-Hanomag" und "Hanomag-Henschel" dazu;

Schlepper: zwischen 1912 und 1971 wurde fast 250.000 Schlepper hergestellt;

Baumaschinen (Raupen): zwischen 1931 und 1996 (Anzahl unbekannt); ab 1990 Abgabe der Fertigung an Martimex (Slowakei) und ab 1996 das "AUS" mit der vollständigen Abgabe der Fertigung an Martimex.

Baumaschinen (Radlader): Beginn zwischen 1950 und 1960 bis heute (unter "Komatsu").


Ein dunkles Kapitel,

Kriegsproduktion zwischen 1933 und 1945:

Die Hanomag fertigt in ihrer Geschichte eine sehr unterschiedliche Produktpalette, die von Eisenbahn-Lokomotiven, über PKWs und LKWs, Schlepper und Baumaschinen reicht. Darüber hinaus erlangt der Betrieb einen ehr zweifelhaften Ruhm, als führender "Rüstungsbetrieb der Stadt". Kurz nach der Machtübernahme durch die Nazis, und besonders mit Beginn des zweiten Weltkriegs wird mehr und mehr die zivile Produktion auf militärische Güter ("Rüstungsgüter") umgestellt. Schwerpunkt: schwere FLAK 8,8 cm und 12,8 cm Flug-Abwehr-Kanonen (FLAKs) werden bei der Hanomag gefertigt; es werden ab Frühjahr 1945 auch KZ-Häftlinge eingesetzt (vgl. Quelle [2]).


Kriegsproduktion, zwischen 1935 und 1945

Zwischen 1935 und 1945 wurden Waffen und Munition bei der Hanomag gefertigt.

Dazu:
Ein paar Daten

??/1935, ab: Produktion eines Halbkettenfahrzeugs: der Mannschaftstransportwagen "MTW" vom Typ: SDK 250/251 wurde von der Hanomag bis Kriegsende in ständigsteigenden Stückzahlen und diversen Ausführungen gebaut;

??/1937, ab: Fertigung von von leichten Einheits-PKWs für die Wehrmacht (im "Rahmen des sogenannten Schell-Planes");

??/1941, ab: wurde die Zugmaschine SS 100 für Wehrmacht produziert. Diese wurde bis 1945 mit ständig steigenden Stückzahlen (u.a. in Gebäude 33) gefertigt.

03/1935, ab: Vertrag mit der Wehrmacht: Produktion von 10cm Haubitzen und schwere Flak 8,8 cm (gefertigt in Gebäude 6);

08/1935, ab: Produktion und Lieferung von Granaten diverser Kaliber (gefertigt in den Gebäuden 31 (Preßwerk), 36, 38 und 94 (Dreherei I und III);

??/1939, ab: Produktion einer 100-kg-Fliegerbombe (in Gebäude 16); 1942 wurde die Produktion eingestellt;

1941/42, ab: Produktion von schweren Flaks (12,8 cm); 1942 wurden die ersten 48 schweren 12,8 cm Flaks produziert; die monatliche Produktionsrate soll zwischen 15-30 Stück betragen haben (wobei die angepeilte Produktionsrate von "30 Stück" nur ein Mal im Dezember 1944 erreicht wurde; Produktion von schweren Zwillingsflaks (12,8 cm): bis Frühjahr 1945 wurden 20 Stück gefertigt (Hallen 4+5? - hier kamen KZ-Häftlinge aus dem KZ Neuengamme, AL Mühlenberg zum Einsatz); [2]

Dazu:
Die Flaks wurden an zwei Tagen in der Woche auf dem Werksgelände auf ihre Schußqualität getestet; zu diesem Zweck fand ein Probebeschiessen - in Richtung des unbebauten Geländes, im südwesten des Firmengeländes - statt. [vgl. 2, S. 470f.]

1941??, ab: Produktion von Kanonenrohren für Großkaliber: 38 cm (3 Stück gefertigt) und 28 cm (7 Stück) gefertigt, 1942/43 wurde diese zur "Küstenbefestigung" nach Calais (Frankreich) geliefert.

1941, ab: Endmontage von 7 Eisenbahngeschützen (die Rohre wurden bei der Hanomag gefertigt) vom Kaliber 28 cm (Ende: 1943);

Anmerkung:
Wenn nicht anders angegeben: Quelle Nr. -1-

Quellen:
[1] Hanomag-Museum: aus "Hanomag: Wehrtechnik"
--EXTERN-- Link: Hanomag-Museum
[2] Buch: "Konzentrationslager in Hannover", Band II - Pax Verlag, Hildesheim, 1985: über "Kriegsproduktion bei der Hanomag" (!)

Anmerkung:
Eine der Hauptquellen zur "Hanomag" in Quelle [2] ist das Buch:
"Deutschlandsrüstung im Zweiten Weltkrieg", "Hitlers Konferenzen mit Albert Speer 1942-1945": Autor Willi A. Boelcke, Frankfurt/Main, 1969

Zusammengestellt durch: Niemandsland @ MaSt

-NL-