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Thema: [Werk-LS] Hannoversche Maschinenbau AG ("HANOMAG"), Hannover-Linden

  1. #1
    Gast Avatar von niemandsland
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    [Werk-LS] Hannoversche Maschinenbau AG ("HANOMAG"), Hannover-Linden

    Vorwort

    Das wichtigste Vorweg: die Fotos, die ich in diesem Beitrag zeige, sind nicht mehr aktuell. Die Gebäude von der Hanomag wurden inzwischen gründlich saniert, und die Bereiche, die ich jetzt hier veröffentliche, existieren nicht mehr oder nicht mehr in der hier beschriebenen Form.

    Ich möchte versuchen, unter Verwendung von Text und eigenem Bildmaterial - im Rahmen dieses Beitrags - einen kurzen Überblick über die Werkluftschutz-Anlagen und -Maßnahmen auf dem ehemaligen Hanomag Gelände in Hannover geben. Dieser Text hat weder den Anspruch auf Vollständigkeit, noch werde ich darin mein gesamtes Wissen offenbaren. Vielmehr möchte ich versuchen, einen kurzen Überblick darüber zu geben, was es gab und was es heute nicht mehr gibt.

    Ich wünsche auf jeden Fall viel Spaß beim lesen.

    HANOMAG

    Direktor: Plumpe
    Werk(Luft)schutzleiter: Oberst a.D. Fröhlich
    - zugleich Reichsgruppe Industrie Werkluftschutz : Leiter Abschnitt II Linden
    Stellvertreter: Dipl.Ing. Lüttringhaus

    Die Luftschutzanlagen im Überblick

    17 große sehr geräumige Luftschutzkeller überwiegend unter den Hallen
    2 Stollen (Tunnel)
    2 Mittelgrosse und ein großes Löschwasserbecken

    Bereits im Frühjahr 1939 meldete die Werkzeitschrift der Hanomag "Hanomag Luftschutzbereit".

    Soweit die Informationen vorab...
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  2. #2
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    Am 06.10.2005 hatte ich Gelegenheit zusammen mit Mitarbeitern der Firma Hollewood Media, eine Firma, die normalerweise Industrie / Industrie-Image / Filme dreht, das noch aktive Werksgelände ganz normal zu betreten.

    Die Vorgeschichte...

    Einer der Mitarbeiter hatte sich im SDE Forum gemeldet, und nach Informationen gesucht, daraus entwickelte sich ein Email Kontakt, und am Ende hab ich einen Taucher "besorgt", der für die geplante Aktion, das betauchen des sogenannten "Rettungsstollens" unter der Bornumer Straße (ein bis zum Kriegsende nicht vollendetes Tunnelsystem), ermöglichte.

    Geplant war für den Film "Unter den Straßen von Hannover" eben den Rettungsstollen zu betauchen. Ein Taucher war als Sicherungstaucher vorgesehen, und einer sollte den Tauchgang selbst filmen. Wenn man mal davon absieht, das ich den Zugang noch von Ästen usw. befreien musste, war es doch ein sehr unkomplizierter Weg auf das Gelände. Und ich hatte genug Zeit, ein paar Fotos zu machen. Fotos hab ich selbst nur von dem Teil, der nicht unter Wasser stand. Wer hier an mehr interessiert ist, dem kann ich nur dazu raten, den zuvor genannten Film sich anzusehen.

    Aber jetzt zu den Fotos...
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  3. #3
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    Am 1. November 2009 war es dann soweit, und ich war zusammen mit einem Freund in den "heiligen" Hallen der Hanomag, oder sagen wir darin, was noch übrig war. Zwei Hallen wurden gerade abgerissen, und irgendwo war überall hektik. Selbst am Wochenende.

    Erstmal als Beleg dass das was kommt, tatsächlich mal ein Luftschutzkeller (und zwar ein großer!!!) war.
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  4. #4
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    Wie sowas dann hinterher aussieht, zeigen die folgenden Bilder.. naja.. so viel zeigen die nun auch wieder nicht.. wer kein geübtes Auge hat, wird wohl eher nur ein paar gassichere Türen und ne Wand entdecken. Ja, da wurden tatsächlich komplett die Seitenwände entfernt. Aber das war nur der LSR im LSR. Sowas hab ich noch nie gesehen...
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  5. #5
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    Wie war das? LSR im LSR? Ja, wollte ich auch nicht glauben.. es gab im Keller einer großen Halle erstmal einen gassicheren Bereich der auch schon als Luftschutzraum hergerichtet worden war. Hier befanden sich auch alle paar Meter Notausstiege, aber dazu komme ich gleich. In diesem Keller war dann ein Bereich von etwa 20m x 30m abgeteilt, nochmals verstärkt, und hier gab es dann noch extra einen gassicheren Bereich. Und das waren die Bilder eben zuvor.

    Jetzt komme ich zu den Notausstiegen... hier gab es zwar verschiedene Sorten.. seitlich an den Außenseiten des Kellers führten Leitern nach oben. Oben waren diese durch eine Stahlklappe oder teilweise auch nur durch Holzbretter gesichert. Im Innern war das ganze mit einer starken Splitterschutzwand gesichert. An einer Stelle sah es auch so aus, als wenn im innern eine gassichere Tür angebracht war. Aber ob das so war, lässt sich heute nicht mehr sagen und erst recht nicht feststellen. Inzwischen wurde der komplette Keller entkernt und neu aufgebaut.

    Aber zu den Bildern...

    Notausstieg - Variante 1
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  6. #6
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    Notausstieg - Variante 2
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  7. #7
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    Unter Gebäude 8a (ehem. 34), dem heutigen Telekom Gebäude befand sich ein LSR, wo auch noch die Beschriftungen an der Wand vorhanden waren. Werkscharführer, Sanitöter ehmm -täter und Entgiftung. Außerdem gab es hier noch einen Gasfilter, Beschriftung "Gasschleuse" (weiß auf schwarzem Grund) und eine Tür mit englischer Beschriftung "Aucillary Store room".

    Leider gibt es - von mir - dazu "keine" Fotos.. *scheiss.technik.denk*

    Nur der Einstieg, der inzwischen auch beseitigt wurde...
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  8. #8
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    Und dann war da noch die eine Hälfte des Verbindungstunnels zwischen Werk I und II. So mussten das Material nicht immer über die Hamelner Chaussee / Hanomagstraße transportiert werden. Im Krieg wurde der Tunnel für Rund 1500 Menschen als Schutzraum genutzt.

    Die inzwischen zugeschüttete Einfahrt...
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  9. #9
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    Soweit erstmal für heute.. demnächst folgenden noch ein paar zusätzliche Informationen. Mir liegen ein paar Kopien aus der Werkzeitschrift vor, darin u.a. auch Bilder aus der ehem. Luftschutz - Befehlsstelle. Aber wie gesagt.. mehr demnächst.. vielleicht noch als Anmerkungen ab etwa 1943 besass die Hanomag ein eigenes Frühwarnsystem. Man wollte sich nicht mehr länger auf die LS-Warnzentrale im Gaubefehlsstand verlassen, da die Durchsagen über Drahtfunk oft erst unmittelbar oder sogar schon während die ersten Bomben vielen, gemacht wurden. Nicht immer.. aber es soll vorgekommen sein.

  10. #10
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    Hanomag - Werkszeitung

    Von Seiten der Hanomag wurde spätestens seit 1914 eine eigene Werkzeitung herausgegeben. Zuerst als "Hanomag Nachrichten" und während des 1. Weltkriegs auch immer mit Kriegsbeilage zu den Hanomag Nachrichten. Später wahrscheinlich ab dem Anschluss an den Bochumer Verein hiess die Zeitung dann einfach nur noch "Hanomag - Werksnachrichten".
    Dies kann ich so genau sagen, da ich diverse Ausgaben im Original oder als Scan besitze, und diese zu meinem Archivbestand zählen. Leider lässt sich bisher nicht genau sagen, wann die Hanomag Nachrichten / Hanomag Werkszeitung das erste Mal erschienen sind.

    Im folgenden möchte ich aber auf zwei Artikel aus der Hanomag-Werkszeitung, und zwar etwa aus dem Jahr 1937 und 1939 näher eingehen. Der eine Artikel trägt die Überschrift "Verkehrstunnel zwischen Werk I und II" und ist etwa 1937 erschienen. Er befasst sich mit dem Bau des Verkehrstunnels, der sich etwa vom heutigen Hornbach Parkplatz, bis kurz hinter die Gebäude der Kriminalpolizei Hannover erstreckt. Gerüchten zur Folge soll dieser Tunnel, als das Tor I noch existierte, einige Menschen auch den Besuch der Disko kostenlos ermöglicht haben, da von diesem Tunnel auch mehrere Gänge in Richtung der alten Hanomag abzweigten. Aber wie gesagt.. alles nur ein Gerücht.

    Der zweite Artikel stammt aus der selben Quelle, und ist kurz nach dem Beginn des zweiten Weltkriegs, im Winter 1939 erschienen. Er hatte die Überschrift "Hanomag: Luftschutzbereit"

    Der "Verkehrstunnels", der Verbindungsgang zwischen Werk I und Werk II. Dazu: Werk I befand sich nach einem Plan aus dem 1939 zwischen Bornumer- und Hamelner (heute: Hanomag-) Straße. Werk II umfasste den größeren Teil des Werks. Es lag zwischen Hamelner Straße, Göttinger Chaussee und etwa dem Güterbahnhof Hannover-Linden.

    Im folgenden zwei Bilder aus dem Tunnel...

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