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Thema: Stadt/Region Hannover :: Luftwaffenhelfer -- Erinnerungsfetzen

  1. #1
    Gast Avatar von niemandsland
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    Stadt/Region Hannover :: Luftwaffenhelfer -- Erinnerungsfetzen

    "Erinnerungsfetzen" lautet die Überschrift von einem kleinen Heft über die Zeit als Luftwaffenhelfer von Norbert Sch.

    Ich möchte diesen "Begriff" wenn man so will für diesen Beitrag aufgreifen, und aus unzähligen Berichten ehemaliger Flakhelfer aus dem Raum Hannover berichten.

    Grundlage sind hier Zeitzeugenberichte (teilweise während der "Dienstzeit" erstellt, teilweise aus der Erinnerung heraus), schriftliche Aufzeichnungen, und eine Gruppe von noch lebenden Zeitzeugen, die noch 60 Jahre nach der Bombadierung der Flakstellung Langenhagen alljährlich an ihre Gefallenen "Kameraden" erinnern.

    An mich wurde der Wunsch herrangetragen, die Namen höchstens gekürzt wiederzugeben. Ich komme diesem Wunsch nach, da die Erlebnisse vor mehr als 60 Jahren nichts mit den Menschen heute zutun haben. Es handelt sich um ältere Menschen, die bereit sind, über eine Zeit zu berichten, die die meisten hier höchstens aus den Geschichtsbüchern oder dem Fernsehen kennen. Die Namen sind mir bekannt.

    Soweit die Einleitung...

    Aus: "Erinnerungsfetzen" von N. Sch., 2003.


    Flakstellung Bothfeld (4./185)

    - Chef Oblt. Burkhardt ( Bibliothekar aus Göttingen )
    - Lt. Willner
    - Lt. Kreklow
    - Hwm. Kiegeland ( Spieß )
    - Wm. Paulun ( Kommandogerät )
    - Uffz. Trösken
    - Uffz. Gerhardt ( Umwertung )
    - Uffz. Finger

    Wachtmeister Paulun wurde zur Personalbatterie Nord zu Lt. Zick abkommandiert, der (...) diverse Flakbatterien im Raum Hannover einrichtete, u.a. Langenhagen.
    Etwa eine Woche bevor die B1 in Langenhagen einen Volltreffer erhielt, war die Personalbatterie dort abgezogen. Paulun fiel als Oberwachtmeister noch wenige Tage vor Kriegsende bei Olmütz durch Kopfschuss eines Scharfschützen.

    Der Umwertungsboss war Uffz. Gerhardt, im Zivilberuf Landvermesser, mit dem Spitznamen "Schweinchen". Sein Schlagwort war nämlich: Wir werden das Schweinchen schon töten! Wachtmeister Gerhardt überlebte den Krieg.

    Aus: "Luftwaffenhelfer in Hannover, Die 0,7-Soldaten der Flak"

    Die Flakstellung lag südlich der Autobahn gegenüber dem Silbersee. Die Batterie hatte 4 (Flak-) Geschütze des Kalibers 10,5 cm, ein Funkmessgerät 41 und ein Kommandogerät 40. Sozusagen als Gast stand in der Stellung ein 200 cm Scheinwerfern, mit dazugehörigem Hochgerät ( Ringtrichterrichtungshörer ).
    Aus: "Luftwaffenhelfer"

    (...) Diese Stellung, nach einem Angriff nicht einsatzbereit, war ausgerüstet mit 6 russischen Beutekanonen vom Kaliber 7,65 cm, aufgebohrt auf 8,8 cm. Die Kanonen stammten (...) aus dem Hause Krupp., geliefert vor dem Kriege, erbeutet beim Rußland-Feldzug und umgerüstet für die Heimatflak.
    Flakstellung Stelingen (bei Garbsen)

    - Oblt. "Hein" Linkmann
    - Lt. Eylert
    - Hwm. "Franz-Paul" Berger ( Spieß )
    - Wm. Patheiger
    - Uffz. Kunst ( B1 )
    - Gfr. Zedel ( Umwertung )
    - Uffz. Böhne

    Aus: "Die Geschichte des Stelinger Berges" von Karl Fischer

    Am Anfang des Krieges bestand die Flakbatterie aust 4 8,8 cm Flugabwehr-Kanonen; Im Frühsommer 1943 kamen noch 2 weitere hinzu.

    Etwas oberhalb an der Westseite des Stelinger Berges auf "Höhe 69" war der Befehlsstand, der nach dem Kriege ausgebaut wurde und noch für viele Jahre als Wohnhaus diente.
    In der Umwertung stand in dieser Stellung ein Wehrmachtsradio, aus dem gelegentlich das bekannte Beethoven-Thema ertönte. Ein Vorgesetzter fragte: "Hört Ihr etwa einen Feindsender?" und erhielt die Antwort: "Herr Wachtmeister, kennen Sie den auch?" **grins**


    Flakstellung Hemmingen

    - Oblt. "Hein" Linkmann
    - Lt. Eylert
    - Hwm. "Franz-Paul" Berger ( Spieß )
    - Wm. Patheiger
    - Wm. Kühne
    - Uffz. Kunst ( B1 )
    - Gfr. Zedel ( Umwertung )
    - Uffz. Böhne

    Personal wie Stelingen, zusätzlich Wm. Kühne. Kühne betrieb nach dem Krieg eine Werkstatt für Kunstgewerbe und später den Blumenpavillon mit der Wasserorgel auf dem Messegelände.


    Flakstellung Harenberg

    Keine Information über das "Personal".

    Die Batterie war mit 8,8 cm aufgebohrten Russengeschützen ausgerüstet, die nach jedem Einsatz neu justiert werden mussten.

  2. #2
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    AW: Stadt/Region Hannover :: Luftwaffenhelfer -- Erinnerungsfetzen

    Aus: "Luftwaffenhelfer in Hannover, die 0,7-Soldaten der Flak" von F.-W. Sch., 1993.

    Jahrgang 1927, Lutherschüler, Luftwaffenhelfer vom 15.02.1943 bis zum 09.09.1944.

    Die Stadt (Hannover) wurde (...) durch schwere Flak-Artillerie geschützt.

    Es gab 26 schwere Flak-Stellungen in und um Hannover, von denen aber nicht alle über den Krieg hinweg durchgehend besetzt waren. Durch zahlreiche Stellungswechsel wurden u.a. Stellungen aufgelassen, andere neu angelegt. Ab Spätherbst 1943, als der Reichsarbeitsdienst (RAD) zunehmend in die Stellungen einzog, entstanden "Großbatterien" mit bis zu 18 Geschützen.

    Man kann davon ausgehen, daß ständig zwischen 15 und 20 Stellungen (=Batterien) mit Geschützen der Kaliber 12,8 cm, 10,5 cm und 8,8 cm besetzt waren.

    Nach einer Standortkarte des Historischen Museums Hannover waren die Flak-Stellungen in und um Hannover folgendermaßen plaziert (Lage etwa nach heutigem / Stand 1993 / Stadtplan):

    Hannover, Stadt

    Ahlem -> Westlich am Möchsberg
    Bemerode -> Kronsberg (höchste Erhöhung)
    Bothfeld -> Nördlich der Kugelfangtrift an der Autobahn gegenüber des Silbersees
    Buchholz -> Westlich des Mittellandkanals, Vogelsiedlung
    Hainholz -> Östlich der Voltmerstraße. Im Ortfeld.
    Kirchrode -> Tiergarten, südlich der B65, 2km westlich der Hindenburgschleuse
    Leinehafen -> Steintormasch, In den Kämpen
    List -> Mengendamm, Niedersachsenring
    Misburg -> Am Blauen See, nördlich vom Waldfriedhof
    Rennbahn -> Alte Pferderennbahn, Bult
    Schützenplatz -> westlich vom Maschsee
    Seelhorst -> Nördlich des Friedhofs zwischen Peiner Straße und Südschnellweg
    Stöcken -> Nordhafen, Gelände des VW-Werks (Mitte der 1950er erbaut)
    Tönniesberg -> Großmarkt

    Hannover, Region

    Ahlten -> Südöstlich des Autobahnkreuzes Hannover-Ost
    Altwarmbüchen -> Farrelweg, Kreisstraße 14
    Garbsen -> Am Mittellandkanal, östliches Sperrtor, Mühlenbergweg
    Godshorn -> Gewerbegebiet an der BAB-Verbindung 352, nördlich des Ortes
    Großburgwedel -> Am Bahnhof, Ortsteil "Flakstellung"
    Harenberg -> Südwestlich des Ortes Richtung Döteberg
    Hemmingen -> Unter den Sendemasten, westlich des Hallenbades
    Kirchhorst -> Südlich des Dorfes, westlich von Stelle
    Langenhagen -> Neue Bult
    Stelingen -> Östlich des Ortes in der Kiesgrube, Westausgang von Engelbostel
    Velber -> Südlich des Ortes, am Wehrgraben
    Wettbergen -> Nordwestlich der B 217 zwischen Ronnenberg und Wettbergen

    Die Flakkommandantur der Flakbrigade Hannover/Braunschweig befand sich am Bischofsholer Damm. Der Bunker vom Flakregiment 25/Stab (=Flakgruppe Hannover) stand auf dem Heisterberg zwischen Ahlem und Harenberg.

    Der Gaubefehlsstand des Gauleiters Südhannover-Braunschweig und Reichsverteidigungskommissar Hartmann Lauterbacher befand sich dort, wo sich (seit Mitter der 1950er Jahre, Anmerkung G.J.) das Niedersachsen-Stadion (2012: AWD-Arena) befindet.

    Anmerkung

    Machmal sind diese Angaben sehr exakt, manchmal auch weit daneben. Wie vorhandene Karten, Luftbilder und G2-Reports belegen. Diese Information kann als "Hinweis" genutzt werden, sollte jedoch nicht als exakte Ortsangabe angesehen werden. Da die Information entsprechend ungenau sind, stehen sie auch hier. Es bedarf einer weiteren Recherche zur exakten Lokalisierung der ehemaligen Stellungen.

  3. #3
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    AW: Stadt/Region Hannover :: Luftwaffenhelfer -- Erinnerungsfetzen

    Eine Flakbatterie "zerfiel" in drei Teile:

    - Die Meßstaffel mit "Kommando- und Feuerleitgerät", Funkmessgerät (FuMG) und "Umwertung";
    - die Geschützstaffel mit den 4 (Kaliber 10,5 bzw. 12,8 cm) oder 6 und mehr (Kaliber 8,8 cm) Flugabwehr-Kanonen;
    - Troß, der für Verwaltung und Versorgung der Batterie zuständig war.

    (hier folgt später die auf Seite 6-8 niedergeschriebe einfache und verständliche Beschreibung einer Flakbatterie!)

  4. #4
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    AW: Stadt/Region Hannover :: Luftwaffenhelfer -- Erinnerungsfetzen

    Aus: "Luftwaffenhelfer zwischen Schulstress und Kampfeinsatz" entnommen aus "Unter der Last des totalen Krieges" von Karl-Heinz Strehlke
    und: "Flakhelfer" von J.M.

    Flakbatterie Garbsen (3./461)

    Hwm Schleier ( Spieß )
    Uffz Grote
    Uffz Kliege

    Die Flakstellung Am Streitberg in Garbsen bestand aus sechs 8,8 cm und zwei 2,0 cm Flugabwehrkanonen.

    Die Luftwaffenhelfer waren in 9-12 Mann in kleinen Baracken untergebracht, und in "Korporalschaften" eingeteilt.

    In der Flakstellung wurden auch so genannte "Hiwis" (das waren hilfswillige russische Kriegsgefangene) eingesetzt.

    In der Nähe lag auch die Leitstelle der Scheinwerferbatterie 3/619. Sie bestand aus einer Ansammlung an Baracken, und befand sich nahe der "Osterberg-Schule". Die Leitstelle bestand aus der Umwertung und einer Telefonvermittlung ("Klappschrank").

    Zitat: "Der Blaue See lockte zum Badevergnügen. (...) in unmittelbarer Nähe des Sees eingerichtete Scheinflughafen, der die feindlichen Bomberpiloten zum Abwurf ihrer todbringenden Last verführen sollte, (...)." (Quelle: S. 8)

  5. #5
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    AW: Stadt/Region Hannover :: Luftwaffenhelfer -- Erinnerungsfetzen

    Aus dem Buch: "Eine Nacht ohne Alarm, Tagebuch eines Flakhelfers 1944-1945" von Fritz Helberg-Oldenburg (ISBN: 3-00-017621-7)
    Luftwaffenhelfer vom 06.03.1944 - 15.03.1945


    Flakstellung Kirchrode (3./165)

    Lt. Krebs
    ObGfr. Maurer
    ObGfr. Möllendorf
    Uffz. Arends
    Uffz. Daumer (oder Dauner?)
    Uffz. Esser
    Uffz. George ( aus BS )
    Uffz. Hensel
    Uffz. Kempf
    Uffz. Kunath
    Uffz. Schirmer, Friedel
    OFnr. That?

    - LwH Bauck, Dieter
    - LwH Brandes, Jürgen ( Seite )
    - LwH Beste, Hermann ( K3 )
    - LwH Hühne
    - LwH Mävers, Joachim
    - LwH Meller Karl-Heinz
    - LwH Helberg-Oldenburg, Fritz ( Höhe )
    - LwH Plesse, Walter

    - LwH? Hasselmeier
    - ? Wiethag

    Die Flakbatterie bestand (Herbst 1944/Frühjahr 1945) aus 8 8,8 cm Flugabwehrkanonen.

    Bei einem Luftangriff am 29.11.1944 auf Hannover sterben in der Stellung in Kirchrode (oder im Lazarett) 7 Menschen.

    - ObGefr Cron
    - ObGefr Hof
    - ObGefr Lessing
    - Kanonier Boldorf
    - LwH Heinemann (im Lazarett)
    - 2 "Russen"

    Verwundet, wurden:

    - LwH Schwertfeger, Hanke, Besgen, und 1 "Russe"

    Flakstellung Bemerode ( 4/801 )
    -> Kronsberg

    - ObLt. Lichtenfeld

  6. #6
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    AW: Stadt/Region Hannover :: Luftwaffenhelfer -- Erinnerungsfetzen

    Aus: "Flakhelfer" von J. M.

    Flakbatterie Nordhafen (1./461)

    Die Stellung lag "im Gelände des Nordhafens zwischen Mittellandkanal und der Hansastraße."

  7. #7
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    AW: Stadt/Region Hannover :: Luftwaffenhelfer -- Erinnerungsfetzen

    Flakgruppe Hannover

    Schwere Flak-Abteilung 521
    (s. 521)
    taktischer Einsatz: "Flak Untergruppe Süd"

    Befehlsstand: Hannover-Döhren
    Kommandeur: Oberst Hans Herrmann

    1./521 Batterie Tönniesberg
    Batterie-Chef: Oblt. Steffen; später: ObLt. Herbert Sander

    2./521 Batterie Stelingen
    Batterie-Chef: Hauptm. Volpers; später: Lt. Paulitz, Lt. Fleischer und Lt. Mühlefeld

    3./521 Batterie Schützenplatz
    Batterie-Chef: Lt. Schünemann; später: Lt. Fleischer

    4./521 Batterie Wettbergen
    Batterie-Chef: ObLt. Ernst Boldt

    Ab Sommer 1943:
    Personal Batterie Nord
    Batterie-Führer (später: Chef): Lt. Zick

    Lt. Zick wurde ab Frühjahr 1943 Lt. z.b.V. und im Anschluss Batterie-Chef der Personalbatterie Nord.
    Ab Sommer 1943 Aufbau der Batterie Langenhagen von der Grassnarbe zur Flak-Batterie.

    Mein Dank geht an dieser Stelle an Herrn Zick für die Beantwortung zahlreicher Fragen. Herr Zick ist der letzte noch lebende Batterie-Chef den ich von der Flakgruppe Hannover gefunden habe. Anfang 1944 wurde er mit der Personalbatterie die inzwischen aus ca. 120 Mann bestand, nach Wien verlegt. Damit endet sein Wissen im Raum Hannover.

    ---

    Schwere Flak-Abteilung 185 (s. 185)
    taktischer Einsatz: "Flak Untergruppe Nord"
    Befehlsstand: Heil- und Pflegeanstalt Langenhagen

    Kommandeur: Major Korte

    ---

    Artillerie-Bezeichnungen zum Herr (im 2. WK)

    Kompanie_(Militär) = Batterie_(Militär); Bataillon"> Bataillon = Abteilung_(Militär); Regiment wie Heer.

  8. #8
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    Batterieführer und Batteriechef bei der Flak

    "Der Batterieführer führt eine Flakbatterie; hat er den Batterieführer Lehrgang an einer Flak-Ausbildungsschule (F.A.S.) erfolgreich absolviert wird er zum Batteriechef."

    Quelle: Oberleutnant R.Z. (Batterieführer und später Batteriechef im Raum Hannover)

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