Reichsarbeitsdienst (RAD), allgemein


Der Reichsarbeitsdienst (abgekürzt RAD) war eine Organisation des nationalsozialistischen Machtapparates im Deutschen Reich der Jahre 1933–1945. Ab Juni 1935 musste dort jeder junge Mann eine sechsmonatige, dem Wehrdienst vorgelagerte Arbeitspflicht im Rahmen eines Arbeitsdienstes ableisten. Ab dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsarbeitsdienst auf die weibliche Jugend ausgedehnt. Der Reichsarbeitsdienst war ein Bestandteil der Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland und des nationalsozialistischen Erziehungssystems.

Einsatz


Der Reichsarbeitsdienst wurde für verschiedene Aufgaben eingesetzt. Einer der ersten Einsätze des RAD war 1933 die Beteiligung am Aufbau des KZ Dachau. (...) Vor dem Zweiten Weltkrieg befasste er sich mit Forst- und Kultivierungs- sowie Deichbau- oder Entwässerungsaufgaben und Tätigkeiten in der Landwirtschaft. Ein bedeutender Schwerpunkt war der – allerdings wenig effektive – Einsatz in den Emslandkreisen zur Urbarmachung der riesigen Moor- und Heidefläche (Emslandkultivierung), auf der im Rahmen der Autarkiepolitik neue Höfe entstehen sollten. Bauarbeiten an den Reichsautobahnen gab es nur vereinzelt, z.B. im Raum Frankfurt a.M.; Rodungsarbeiten für spätere Autobahnarbeiten wurden aber in einigen Gebieten Deutschlands ausgeführt. Der RAD erreichte aber nicht einmal 50 % an Arbeitsleistung der Privatwirtschaft. Vor allem die ungenügende Arbeitsleistung des RAD war Hermann Göring ebenso wie dem „Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen“, Fritz Todt, ein Dorn im Auge. Zur Überwindung der Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise leisteten der Dienst keine substanziellen Beiträge, obgleich von 1933 bis 1940 rund drei Millionen Männer den RAD durchliefen.

Auffälligerweise trat schon ab 1938 Erziehung im RAD in den Hintergrund. Nun dominierten der Bau von Luftschutzunterständen, Flugplätzen und Stellungen am Westwall und am Ostwall. Der RAD hatte sich zunächst nicht gezielt um militärische Projekte bemüht. Ab 1938 verwandelte sich der RAD schrittweise zur „Bautruppe der Wehrmacht“. Dass der RAD nun Baubataillone für die Wehrmacht stellen musste, lässt sich als eine weitere Zäsur in der Geschichte definieren.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der RAD immer mehr zu kriegswichtigen Bauaufgaben im Umfeld der kämpfenden Truppen herangezogen. Vom Kriegsjahr 1942 an fristete der RAD jedenfalls organisationspolitisch im Reich nur mehr ein „Schattendasein“ am Rande der Wehrmacht. Der RAD war bereits völlig in der Kriegsmachinerie aufgegangen, was nun die dritte Zäsur darstellt. Ab 1942 setzte man den Einberufungsjahrgang 1924 beim Ostfeldzug unmittelbar hinter der Front zum Bauen militärischer Anlagen und beim Wege- und Brückenbau ein. Dabei kam es auch zu Feindberührungen mit Menschenverlusten. Im Oktober 1942, nach Ablauf der sechsmonatigen RAD-Dienstpflicht, wurden die in den besetzten Gebieten der Sowjetunion eingesetzten Mannschaftsgrade der RAD-Einheiten fast vollständig in Feldausbildungsregimenter des Heeres übernommen (dort erfolgte die üblicherweise in der Heimat durchgeführte Rekrutenausbildung im besetzten sowjetischen Gebiet; damit vermied man den Rücktransport der Rekruten nach Deutschland und konnte sie gleichzeitig gegen Partisanenverbände einsetzen). Die RAD-Führer dagegen kehrten zurück ins Reich. 1942 war der RAD seiner ursprünglichen Konzeption völlig entkleidet und als halbmilitärische Kampftruppe eingesetzt. Ab 1943 wurden keine RAD-Einheiten mehr, wie noch der RAD-Einberufungsjahrgang 1924, an der Ostfront eingesetzt.

RAD treibt Ende 1944 an der westlichen Reichsgrenze Vieh ins Hinterland

Ab 1943 wurden aus RAD-Abteilungen auch selbstständige Flak-Batterien gebildet. Die Mannschaften erhielten eine vollwertige Flakausbildung bei der Luftwaffe und besetzten die Geschütze in RAD-Uniform. Andere Abteilungen bauten am Mittelmeer und am Atlantik zusammen mit der Organisation Todt Strandverhaue und kleinere Bunkeranlagen. Viele Abteilungen wurden auch zu Erschließungsarbeiten für verlagerte Rüstungsproduktionen im Reichsgebiet und zur Beseitigung von Schäden nach Luftangriffen auf große deutsche Ballungsräume eingesetzt.

Der weibliche RAD wurde als Ersatz für fehlende männliche Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und als sogenannter Kriegshilfsdienst (KHD) in Ämtern und Schreibstuben, in der Rüstungsproduktion und im öffentlichen Nahverkehr verwendet. Dazu wurde die Arbeitsdienstzeit um ein halbes Jahr verlängert. Ab 1944 wurden „Arbeitsmaiden“ des RAD für die weibliche Jugend auch für die Besetzung von Flak-Scheinwerfer-Batterien und zur Lenkung von Nachtjagd-Einheiten der Luftwaffe herangezogen.

Quelle: Reichsarbeitsdienst (abgerufen am 07.09.2012, Wikipedia)

Reichsarbeitsdienst im Raum Hannover


Die RAD - Arbeitsgaue


Arbeitsgau XVII. (=17) = Niedersachsen-Mitte (Oberstarbeitsführer Klein)
Arbeitsgau XVIII (=18) = Niedersachsen-Ost.. (Generalarbeitsführer Dr. Wagner)
Arbeitsgau XIX.. (=19) = Niedersachsen-West (Oberstarbeitsführer zur Loye)

RAD - Meldeämter (im Wehrkreis XI -> Hannover / Niedersachsen)


51 Stendal, Wehrkreis XI (1939)
52 Magdeburg, Wehrkreis XI (1939)
53 Magdeburg, Wehrkreis XI (1939); Burg (WK XI 1939)
54 Magdeburg, Wehrkreis XI (1939)
56 Dessau, Wehrkreis XI (1939)
247 Hannover, Wehrkreis XI (1939); »Arbeitsgau XVIII Niedersachsen-Ost, Sitz: Hannover«
248 Hannover, Wehrkreis XI (1939)
249 Braunschweig, Wehrkreis XI (1939)
250 Goslar, Wehrkreis XI (1939)
251 Hildesheim, Wehrkreis XI (1939)
252 Hameln, Wehrkreis XI (1939)
253 Göttingen, Wehrkreis XI (1939)
254 Celle, Wehrkreis XI (1939)
279 Bernburg, Wehrkreis XI (1939)

Quelle: Panzer Archiv, Nutzer: UHF51 -> URL: http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?p=195527