Presse-Artikel:
NP_, 03.03.2014 :: [ARTIKEL] Das Bunker-Geschäft boomt in Hannover

Wie die Neue Presse (lokale Tageszeitung in Hannover) bereits am 3. März 2014 berichtete, boomt das Geschäft mit ehemaligen Luftschutzbunkern in Hannover. Es folgen einige (deutlich gekürzte) Auszüge aus dem Artikel. Der komplette Artikel ist über den Link bei der Neuen Presse abrufbar.

Im Jahr 2012 ist die Zivilschutzbindung für Hannovers Weltkriegsbunker aufgehoben worden. Seitdem boomt das Geschäft mit den Betonkolossen. Sieben sind bereits verkauft worden. Einige werden abgerissen, um Platz für Neubauten zu schaffen. Andere werden aufwendig zu Wohnungen umgebaut. Und in einem soll es sogar ein Museum geben.

HANNOVER. An Abriss war gar nicht zu denken. Der Weltkriegsbunker an der Ricklinger Straße (Linden) grenzt direkt an ein Wohnhaus, eine Sprengung wäre somit unmöglich. Also entschloss (man) sich [...] zum Umbau des Betonkolosses. Ein aufwendiges und auch teures Unterfangen, das wohl die gute Lage des Objektes rechtfertigt. [...] Bis zu 50 Öffnungen sollen in den Bunker hereingeschnitten werden - für Türen, Fenster und Balkone. Bei ersten Tests hat das bereits gut funktioniert. Mit dem sogenannten Diamantsägeverfahren wurden dicke Blöcke aus den Mauern herausgetrennt. Alltäglich sind solche Projekte nämlich noch nicht. Aber sie werden immer häufiger. [...] Es wird fleißig abgerissen und umgebaut. Die Grundstücke sind begehrt, denn Wohnbau mitten in der Stadt ist heute mangels Fläche nur selten möglich. Und die Bunker wurden in den 1940er Jahren eben genau dort gebaut, wo viele Menschen lebten und somit Schutz vor den Bombenangriffen der Alliierten benötigten.

Die Bundesanstalt für Immobilenaufgaben (BImA) hat von ihren 13 Hochbunkern in Hannover bereits fünf verkauft, die restlichen sollen ebenfalls nach und nach verkauft werden.

Im Besitz der Stadt waren ursprünglich 21 Bunker, von denen mittlerweile zwei verkauft worden sind.

Denn nicht bei allen ist ein Verkauf möglich. Zum Teil sind die Bunker nämlich an Private vermietet, etwa als Proberäume. Auch werden einige von Vereinen genutzt.


Herrenhausen (Abbruch geplant: 2014/2015)

30 Wohnungen in den Obergeschossen, Gastronomie und Handel im Erdgeschoss: Herrenhausens neue Mitte wächst. Und für sie wird auch der riesige Weltkriegsbunker weichen müssen, der das Bild des Stadtteils prägt.

Gekauft hat das Grundstück die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH), die auch schon viel Geld in das angrenzende Grundstück investiert hat. 15 Millionen Euro hat das Neubauprojekt Forum Herrenhäuser Markt gekostet. Dieses soll nun zur Herrenhäuser Straße hin erweitert werden. Der Bunkerabriss wird aber wegen den nahen umliegenden Gebäuden zu einer Herausforderung.

Gekauft hat die WGH den Bunker von der Stadt – zum symbolischen Preis von nur einem Euro. Dafür verpflichtete sie sich zum Abriss.

Klagesmarkt (Abbruch: 2013)

Vom Bunker unter dem Klagesmarkt ist nichts mehr übrig. Der Abriss ist abgeschlossen und ohne größere Proteste von Anliegern über die Bühne gegangen.

Zooviertel (Abbruch: 2012)

Gut geschützt hinter dichten Planen wird derzeit an der Lönsstraße im Zooviertel gebaut. [...] Zuvor hatte es allerdings viel Ärger gegeben. Denn um Platz für den luxuriösen Wohnbau zu schaffen, musste ein riesiger Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg abgerissen werden. Insbesondere die Entfernung der massiven Bodenplatte ließ die Messgeräte ausschlagen und zerrte an den Nerven vieler Anwohner, die auch über Risse an ihren Häusern klagten.

Ricklingen

Wer den Bunker an der Torstenssonstraße in Ricklingen betritt, macht eine Zeitreise. Vollständig erhalten ist sein Innenleben – mit Kommandozentrale des Bunkerwartes, Sanitätsräumen, Toiletten und Notstromaggregat.

Der Schutzbau war in den 1960er Jahren für viel Geld erneuert worden und sollte 2400 Menschen bis zu 14 Tage lang Zuflucht bei einem Atombombenangriff bieten. [...]

(Ein Verein) [...] hat seit dem 1. Januar 2013 die Schlüsselgewalt inne. Er will in dem Gebäude ein Museum einrichten und die originale Ausstattung des Bunkers erhalten.

List

Hell und wohnlich hat es sich (eine) Familie in dem 1940 errichteten Bunker am Trageweg in der List eingerichtet. Sie ließ große Öffnungen für Fenster in das Gebäude schneiden und nutzt nun die oberste Etage für sich. [...] Nach dem Krieg wurde der Bunker 20 Jahre als Möbelhaus genutzt, stand dann aber mehrere Jahrzehnte leer.

Heideviertel (Umbau: 2014)

Drei hochwertige Wohnungen mit 190 Quadratmetern Größe sollen im Bunker am Wolfsburger Damm (Heideviertel) entstehen. Der Umbau hat bereits Anfang des Jahres begonnen. [...]