Im Ergebnis des Sieges der Länder der Anti-Hitler-Koalition wurden während und nach dem Zweiten Weltkrieg Akten des Deutschen Reiches in verschiedene Länder, einschließlich Russland verbracht. Die umfangreichsten Sammlungen dieser sogenannten Trophäendokumente befinden sich in den verschiedenen Föderalen Archiven der Russischen Föderation (Staatsarchiv der Russischen Föderation – GARF, Russisches Staatsarchiv für sozialpolitische Geschichte – RGASPI, Staatliches Militärarchiv der Russischen Föderation – RGVA) sowie im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation – CAMO Auf Initiative der Administration des Präsidenten der Russischen Föderation wurde 2011 ein wissenschaftliches Projekt zur Digitalisierung der in Russland aufbewahrten deutschen Dokumente begonnen. An dem Vorhaben sind die Föderale Archivagentur der Russischen Föderation, das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation, die Russische Historische Gesellschaft sowie das Deutsche Historische Institut in Moskau beteiligt. Das Projekt wird unter der Leitung eines Koordinierungsrates umgesetzt, an dessen Spitze der Vorsitzende der Staatsduma der Russischen Föderation Sergej J. Naryschkin steht.

Deutsche Beuteakten zum Zweiten Weltkrieg im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation (CAMO)


In den 1960er Jahren wurden die deutschen Trophäenbestände der sowjetischen Streitkräfte beim Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Sowjetunion (CAMO) zentral erfasst und gelagert. Gegenwärtig umfassen die bekannten Bestände 50 Findbücher, in denen ca. 28 000 Akten mit rund 2-2,5 Millionen Blatt zusammengefasst sind. Gegenwärtig digitalisieren das Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation, die Russische Historische Gesellschaft und das DHI Moskau diesen, den wohl letzten der Weltkriegsforschung bislang nicht zugänglichen, Bestand schrittweise und stellen die entsprechenden Digitalisate Online der Forschung und Öffentlichkeit ohne Beschränkungen und kostenfrei zur Verfügung. Das Projekt soll bis 2018 abgeschlossen werden.
Innerhalb des Zentralarchivs des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation erfolgte auf Grund von Neuzugängen aus anderen Archiven – wie beispielweise dem Zentralarchiv der Seestreitkräfte – mehrmals die Neuordnung der deutschen Beuteakten sowie deren Umgruppierung in andere Findbücher. Aus diesem Grund erklären sich die entsprechenden Lücken in der Aktennummerierung. Teile der deutschen Dokumente erbeutete die Rote Armee noch auf dem Gefechtsfeld bzw. als die Wehrmacht versuchte, die entsprechenden Unterlagen zu verbrennen. Darauf deuten die entsprechenden Brandspuren bei einzelnen Akten hin.
Die vorliegenden russischen Findbücher wurden nach Einzelprüfung der Akten ins Deutsche übersetzt. Hierbei erfolgte in zahlreichen Fällen auch eine Annotation zum Akteninhalt. Die Archivordnung ist nicht verändert worden, die entsprechende Signatur des CAMO kann zur Zitierung der Dokumente genutzt werden.
Qulle: Internet -> Russisch-deutsches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in den Archiven der Russischen Föderation