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Thema: Wie fing das alles einmal an? Meine ganz persönliche Kurzgeschichte...

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    Gast Avatar von niemandsland
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    Wie fing das alles einmal an? Meine ganz persönliche Kurzgeschichte...

    Allgemeine Informationen über den Autor

    Im Herbst 2003 saß ich bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen am Wohnzimmertisch bei meiner Mutter. Wir waren in einem Gespräch über die Kindheit meiner Mutter vertieft, und irgendwann fragte Sie mich, ob ich weiß wie viele Luftschutzbunker („Bunker“) in Hannover gebaut worden sind. Sprich wie viele Bunker gab es eigentlich? Tja, ich war mir damals sicher, das diese Frage im Internet leicht zu beantworten wäre, ein fataler Fehler.

    Nachdem ich wieder Zuhause war, setzte ich mich an den Computer und registrierte mich in zwei Foren, nämlich bei den "Schatzsuchern" und bei "Lostplaces".

    Am 27.08.2003 schrieb "Niemandsland" (ich) im Schatzsucher-Forum:

    "Hallo zusammen,

    in unterschiedlichen Quellen ist für die Stadt/Region Hannover von 58 fertiggestellten Bunkern zu Kriegsende die Rede; bisher konnte ich etwa die Hälfte durch Bilder, Aufzeichnungen, Gespräche usw. lokalisieren. Zum grösseren Teil existieren diese Objekte noch.Bisher hab ich nur 2 ehem. Bunker auf meiner Liste, die komplett"geschleift" worden sind.

    Hat zufällig irgendjemand eine komplette Liste? Oder vielleicht eine Idee, wo ich die Infos finden könnte? Vom Stadtarchiv Hannover wurde mir das Bundes-/Militärarchiv Freiburg ans Herz gelegt. Fährt zufällig irgendjemand demnächst hin oder wohnt in der Nähe?

    Das betrifft den Bereich WWII - 1945.

    Danach und während des sog. "Kalten Krieges" wurden in Hannover insgesamt 29 Objekte für den Zivilen Luftschutz eingerichtet; davon min. 4 Objekte der Variante I (mehrere Tage) und 5 Objekte der Variante II (wenige Stunden).

    Insgesamt soll der Platz für ca. 26.300 Personen gereicht haben; wenn man bedenkt das Hannover ca. 590.000 Einwohner hat - eine extrem hohe Zahl. *hüstl*

    Aber das ist nicht Gegenstand meiner Frage:

    Weiß irgendjemand zufällig um welche "Objekte" und ehem. Bunker es sich bei diesen Planungen gehandelt hat?

    Wo kann ich Informationen über den zivilen Luftschutz nach 1945 finden?Viele der Unterlagen dürften ja aufgrund hiesiger Gesetze/Bestimmungen noch bis min. zum Jahre 2009 bzw. 2029 in den Archiven schlummern... ?!?

    Irgendjemand Ideen? Kann wer helfen? Gerne auch per eMail!

    Danke im voraus,

    -NL-
    "

    Quelle: http://www.schatzsucher.de/Foren/showthread.php?t=10890

    Bei Geschichtsspuren(.de, vormals: Lostplaces.de) existierte der gleiche Eintrag, ob dieser vor oder nach dem Beitrag im Schatzsucher-Forum entstanden ist, lässt sich nicht mehr feststellen, da der Beitrag nicht mehr existiert.

    Ein weiteres Thema von mir war dieser Beitrag:
    http://www.schatzsucher.de/Foren/sho...threadid=10919

    Ein Hinweis in eigener Sache:
    Heute habe ich mit dem Forum der Schatzsucher nichts mehr zu tun. Mein Account dort ist gesperrt und alles was mit den "Schatzsuchern" zutun hat, gehört der Vergangenheit an.

    Inzwischen sind seit dem schreiben und veröffentlichen dieser Beiden Beiträge rund 13 Jahre vergangen. Warum hat mir damals niemand gesagt, wie "süchtig" die Suche in Archiven machen kann und wie kostspielig der "Spaß" werden kann. Nun, ich bin mir nicht sicher, ob ich es gelassen hätte.

    Aber die Folgen waren Fatal: aus meinem Wohnzimmer ist mehr und mehr ein Arbeitszimmer geworden. Wo früher mal ein Fernseher stand, steht heute eine Synlogy Datenserver mit rund 20 Terrabytes. Die Schrankwände und Vitrinen wurden mehr und mehr gegen Regale ausgetauscht. So das 2 Wände in meinem Wohnzimmer inzwischen vollgestellt sind mit Büchern.

    Darüber hinaus habe ich inzwischen für Technik, Daten und Material (Computer, Drucker, Datensicherung, Fotografie, Luftbilder,Dokument-Beschaffung, usw.) ein kleines Vermögen ausgegeben. Nicht das davon noch viel vorhanden wäre, weil man muss ja über die Jahrean Technik regelmäßig aufstocken.

    Aber so im Bereich von 20.000-30.000 EUR bewege ich mich inzwischen bei meinem "Hobby". Aber nicht das sich jetzt hier Werte angehäuft hätten. Der meiste Technik-Schrott wurde per AHA entsorgt oder via Ebay vertickt. Das erhaltene Kapital (tja, was wohl?) wieder in das Hobby investiert. Das meiste was ich "Besitze" sind Ausdrucke von Dokumenten. Um das ganze mal auf den Punkt zu bringen: für einen Scan von 2-Din-A4-Seiten aus dem Bundesarchiv habe ich kürzlich 20 EUR bezahlt. Für ein Buch, ein alter stinkender Schinken, ging dann bei Ebay 250 EUR drauf. Oder für einzelne Exemplare auch mehr. Meine private Sammlung erstreckt sich auf rund 20 laufende Meter "Altpapier". Das für die meisten Mitmenschen keinen Wert hat. Wie sagen einige? Sammelst Du für das nächste Lagerfeuer?
    Sichtbarer Besitz sind ein Computer und eine Kamera. Und das ist es. Wenn man bedenkt, das man dafür auch einen schicken Mittelklassewagen bekommen hätte, muss man sich gründlich überlegen, ob es das WERT ist?!

    Mein Hobby greift auch allgemein in das Leben und vor allem die finanziellen Möglichkeiten ein. Aber wie sagt man so schön? Man muss Prioritäten setzen. Und bei mir ist es eindeutig… inzwischen dieses Hobby und meine zweite Leidenschaft das Angeln.
    Urlaube habe ich mir praktisch komplett "verkniffen"; Ebenso größere Investitionen.

    Warum schreibe ich das? Ich möchte einfach alle bitten, sich gründlich zu überlegen, wie weit Sie bereit sind, Ihr "Hobby" voranzutreiben und welche Ziele sie verfolgen wollen. Am besten vorher.

    Bei mir hat es jedenfalls grundlegend mein Leben umgekrempelt.

    Aber auch die Themen haben sich im Laufe der Jahre geändert. Vom Luftschutz, über Flak, kam ich zu "Scheinanlagen". Und dazwischen liegen natürlich noch weitere Themen. Aber das sind so meine "privaten" Schwerpunkte.

    Wichtig ist mir auch, das man natürlich nicht nur negatives erlebt hat, sondern auch Freundschaften durch das "Hobby" entstanden sind, die weit über das Internet hinaus gehen. Das hat also ein anderes Niveau, als z.B. eine "Freundschaft" bei Fatzebuch.

    Achja, zwischen 01.01.2009 und dem 16.10.2012 hatte ich einen Verein "Mahnmale aus Stein e.V.", womit ich das Ziel verfolgt hatte, einen Luftschutzbunker aus der Zeit des 2. Weltkriegs wieder in den Urzustand zu versetzen, und diesen dann für eine museale Nutzung zu verwenden. Wir sind damals mit Pauken und Trompeten gescheitert, dabei der Stadt Hannover absolut kein Interesse an einem der artigen Vorhaben bestand. Uns wurde – ich glaube im Herbst 2011 – der Bunker in der Torstenssonstraße in Ricklingen angeboten, der für unser Vorhaben absolut ungeeignet war und daher nicht in Frage kam. Für die Erstellung von Konzepten, die allgemeine Bürokratie in einem Verein, usw. ist viel Geld praktisch für nichts in den Kamin hinaus gehauen worden. Auch so etwas gehört zum "Hobby" dazu.

    Schade… in anderen Städten wird mit dem Thema etwas vorbildlicher umgegangen, wie zum Beispiel in Hamburg.


    Hannover, 26.02.2016

    Guido "Wolf" Janthor

    (A.k.a.: "Niemandsland")

    PS: Nun, ich bin gespannt, was ich in 10 Jahren über mein Hobby schreibe...!
    Geändert von niemandsland (29.02.2016 um 10:08 Uhr)

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